Ingvalion Tryming von Guthof

Sohn eines reichen Ritters
Ingvalion Tryming wurde als dritter Sohn in eine adlige Familie hineingeboren. Da der erste Sohn Lorion den Fussstapfen des Vaters folgen sollte und auch der zweite Sohn Welaur im Sinne hatte in geraumer Zukunft ein eigenes Lehen zu erwerben, indem er seine Militärdienste leistete, blieb für Ingvalion keine Zeit noch Geld übrig. Er war zwar in einer reichen Familie aufgewachsen, doch mochte sein Vater Haldran die Spiele und den Trank der hiesigen Taverne zu sehr. Da die Familie Tryming auch ihren Reichtum unter Beweis zu stellen hatte, organisierte Invalions Mutter Rosalia Tryming viele Bankette für das Dorf, so dass die einstmals volle Kasse sich dem Ende näherte. Immer mehr musste der kleine Ingvalion spüren, dass er zur Last wurde und er machte seiner Familie den Vorschlag mit einem anderen Ritter fort zu ziehen. So wurde er denn an einen anderen Ritter namens Kopping übergeben, natürlich musste die Familie dem fremden Ritter das eine oder andere Münzchen überlassen, doch kam das immer noch billiger. Den Kopping selbst war ein armer Schlucker, der nur durch die Welt zog und diese scheinbar verbessern wollte. Rosalia gab zum Abschied dem Jungen noch ein Emblem der Familie Tryming mit.

Ein Mädchen für alles
Enttäuschend stellte Ingvalion bald fest, dass er nicht zum Ritter ausgebildet wurde, sondern einfach für alles zuständig war, dass dem fremden Ritter zuwider war. Doch keine Schwäche zeigend und seine eigene Entscheidung nicht bezweifelnd erfüllte er alle Dienste die ihm Kopping auftrug. Nachdem nun schon 5 Jahre in dieser Art vorbei gegangen waren, in denen Ingvalion nur Schwerter schleppte und das Ross fütterte, kam die Wende. Der Junge zählte nun schon 15 Jahre und endlich verkündete Kopping ihm, dass er zum Ritter ausgebildet werden sollte. Schließlich ‘habe er Disziplin’, ‘Durchhaltevermögen’, ‘Willen’ und ‘sei nun in einem akzeptablen Alter die Künste des Schwertes zu lernen ohne sich zu schneiden’.

Die Ausbildung zum Ritter
Ganze acht Jahre übte sich Ingvalion am Schwert und Schild bis er seinem Herrn ebenbürtig war, der nun schon ziemlich in die Jahre geraten war. Doch noch gab sich der ehrgeizige junge Mann nicht zufrieden und er bat Kopping ihm auch in den Künsten des Lanzenreitens auszubilden. Es dauerte wiederum 4 Jahre bis er auch dies beherrschte und schließlich schien auch Ingvalion sich bereit zu fühlen. Er bedankte sich bei seinem Meister, der beschloss  sich zur Ruhe zu setzen und zog dann selber seines Weges. Er hatte nur ein Problem. Er besaß weder Schwert, Schild, Lanze noch Pferd, ebenfalls trug er keine Rüstung, das Einzige was er noch hatte war ein Emblem seiner Familie Tryming.

Rückkehr zu der Familie
Als Ingvalion nach 17 Jahren nun endlich zurück in sein Dorf kam, musste er es in Schutt und Asche wieder finden. Er begab sich so schnell er konnte zu seinem Elternhaus, doch was er sah erschreckte ihn zutiefst. Welaur sein Bruder pflegte den ältesten Lorion in dem halbzerfallenen Haus und im Garten vorne, hatte er schon die zwei Gräber erblickt. Er hatte die Namen nicht lesen müssen, um zu wissen, dass er sich dabei um seinen Vater, wie auch seine Mutter handelte. Er konnte von Welaur erfahren, dass das Dorf von Banditen überfallen worden war und diese nun nach Osten geflüchtet waren. Beim Überfall hatte seine Mutter das Leben verloren und Lorion, wie auch sein Vater Haldran waren ihnen gefolgt. Zurück kam Lorion schwer verletzt mit der Leiche seines Vaters, der wegen seines Alters keine Chance gegen den Banditenanführer gehabt hatte.

Jagd auf die Banditen
Ingvalion nun getrieben von Wut und Schmerz nahm sofort die Verfolgung auf, indem er seinem Bruder ein Pferd entlehnte und alles was er sonst noch brauchte. In weniger als 7 Tagen hatte er die gemeine Bande aufgespürt, doch als er sie zum Duell aufforderte und seine Gründe nannte, lachten sie ihn nur aus. Sie waren schließlich auch in der fünffachen Überzahl. Doch es verging ihnen das Lachen, als Ingvalion einen der Räuber niedertritt und einen zweiten mit einem gezielten Schlag seines Schwertes niederstreckte. Doch Ingvalion gab sich damit nicht zufrieden und er stieg zornerfüllt von seinem Pferd ab. Ein heftiges, aber kurzes Gefecht entbrannte aus dem Ingvalion zwar als Sieger hervorging, aber nur mit grösster Mühe konnte er sich auf dem Pferd bei Besinnung halten und als er bei seinem Bruder ankam verlor er sie.
Ein Neuanfang
Zwei Tage verbrachte Ingvalion im Koma, als er schließlich aufwachte. Er hütete das Bett noch 2 Wochen, doch als er wieder auf den Beinen war, konnte er sehen, dass sein Dorf sich wieder erholte. Überall bauten die Leute die Häuser wieder auf und auch sein älterer Bruder Lorion schien wieder gesund zu sein. Welaur hatte beschlossen von nun an das Dorf zu leiten, an Stelle seines Vaters mit der Hilfe Lorions, der es Verteidigen sollte. Da der zweite Sohn deshalb seine Ritterausrüstung nicht mehr benötigte, schenkte er sie Ingvalion mit einem Pferd, das dieser dankbar annahm. Ingvalion teilte ihnen jedoch mit, dass ihn nichts mehr an dieses Dorf hielte und er deshalb wegziehen würde und vielleicht irgendwo zur Ruhe käme. Die Brüder respektierten natürlich seine Entscheidung und wünschten ihm viel Glück.

Ein Platz für sich
Drei Jahre später hatte Ingvalion auch seinen Platz gefunden. Er hatte ein Haus erhalten mit einem kleinen Stück Land von seinem Lehnsherr Vendal im Dorf Guthof gegen seine Treue und Verpflichtung im Kriegsfall. So fristete er dort ein angenehmes Leben, während er ein wenig das Land bewirtschaftete und erfüllte den einen oder anderen Dienst. Ab und zu gab der Lehnsherr auch ein Bankett bei dem Ingvalion ebenfalls anwesend war. Als schließlich 4 Jahre vorübergingen, sandte Vendal Ingvalion zu einem Turnier, an dem er Guthof vertreten sollte. Dabei verletzte sich Ingvalion bei einem Sturz stark am Bein und er wurde weggeschickt auf das Kloster St. Banieranswacht.