Regen, Feierabend, nix Tolles im Fernsehen, da hat man doch gleich Zeit etwas hinzuschreiben. In der Kategorie Hinter dem Meisterschirm möchte ich eigentlich immer mal wieder einige Gedanken, Tipps oder ähnliches zum Rollenspiel, spezifisch zu DSA veröffentlichen.

Heute geht es um das Thema der Regelwerke im System DSA. Gerade unter Ulisses sind zahlreiche neue Bücher erscheinen, dies in regelmässigem Abstand und die versprochenen Termine wurden mehr oder weniger eingehalten. Die Umstellung auf „4.1“ bzw. der überarbeiteten 4. Edition, wie das offiziell heisst, ist mit dem Erscheinen des neuen Liber Cantiones Deluxe abgeschlossen. Nebst den roten und grünen Bänden (und den schwarzen Abenteuerbänden natürlich) wurde noch eine blaue Reihe aufgegleist. Doch was braucht der einfache Spieler von all den Büchern? Und was macht der Meister, wenn er nur ein begrenztes Budget zur Verfügung hat? Denn trotz der, meiner Meinung nach, hohen Qualität, sind die Bücher doch sehr kostspielig.

Nun theoretisch kommt man als Spieler auch gänzlich ohne irgendwelche Bücher aus. Man lässt sich vom Meister die Heldendokumente geben oder lädt sie selbst von der offiziellen Page herab. Generieren kann man auch, wenn man eine Stunde vor offiziellem Spielbeginn beim Meister auftaucht und dessen Generierungsband ausleiht. Auf Dauer ist dies jedoch trotzdem eher lästig, denn für längere Zeit borgen wird der Meister die Bände wohl nur ungern. Ausserdem sind solche Spieler dann auch oft die, denen am Spieltisch in den entscheidenden Situationen die Regelkenntnis fehlt und so viel Atmosphäre zerstören können. Deshalb ist Wege der Helden doch beinahe für jeden Spieler eine Pflicht. Gerade auch, wenn nicht am Spieltisch gesteigert wird, sondern jeder Spieler für sich alleine zu Hause.
Danach wirds bereits schwierig. Potentielle Kandidaten sind natürlich die anderen drei Wege-Bände. Am ehsten würde ich hier noch Wege des Schwertes empfehlen. Es enthält alle Grundregeln und solange man nicht arkane oder sakrale Charakter spielt, bleibt keine Frage offen. Für die beiden letzten Charaktertypen kommt man irgendwann wohl nicht mehr an Wege der Zauberei bzw. Wege der Göttter vorbei. Gerade für geweihte Charaktere ist das letzte Buch sehr wichtig, denn wie sonst will man das Wesen der eigenen Gottheit kennenlernen? Für arkane Charakter ist natürlich noch das Liber Cantiones Deluxe
Und die Regionalbände? Der Gelegenheitspieler braucht diese sicherlich nicht. Doch sobald man einen Charakter länger als ein paar Monate spielt, sich Hintergrundgeschichten niederschreiben will u.ä. und Wert auf Authentizität legt, wird früher oder später zum Regionalband seines Charakters greifen müssen.

Und der Meister? Nun der muss wohl oder übel etwas tiefer in die Tasche greifen. Natürlich kann man auch nur mit dem Grundregelwerk Das Schwarze Auge meistern. Gerade mit der Regionalbeschreibung von Nostria und Andergast darin eignet sich das Buch hervorragend für die ersten Abenteuer und ich muss hier meine Stimme für dieses Buch erheben, trotz der zahlreichen Kritik. Doch sobald man mehr will, wird man die vier Wege-Bände und das Liber Cantiones Deluxe als vollständiges Regelwerk kaufen müssen. Ausserdem sehr wichtig ist das Zoo-Botanica Aventurica (Glück all jenen, die noch das alte Cover haben…), denn dort findet man den Gegner für jede Heldengruppe. Weniger wichtig sind dann Das Aventurische Arsenal, denn alle relevanten Angaben findet man bereits in Wege des Schwertes, und Stäbe, Ringe und Dschinnenlampen.
Bei den grünen Bänden kommt es ganz auf den Bedarf an. Für eine vollständige Ausarbeitung eines Abenteuers braucht man den dazugehörigen Regionalband wohl, ähnlich für selbstgeschriebene Abenteuer. Das Geographica Aventurica mag jedoch gerade zu Beginn einen guten Ersatz bieten und ist gleichzeitig Quelle für allgemeine Dinge wie Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur in Aventurien.
Dann sind da noch die blauen Bände. Sie stellen sozusagen die dritte Stufe dar und bieten noch einmal viele Hintergrundinformationen zu einem bestimmten Themenkomplex. Gerade Efferds Wogen wurde in höchsten Tönen gelobt (kann mich den Lobeshymnen anschliessen). Pflicht sind sie aber sicherlich nicht.
Dann gibts da noch den Meisterschirm. Im Moment würde ich sicherlich noch auf den angekündigten, überarbeiteten Schirm warten. Der erste Schirm hat sich bei mir jedenfalls gelohnt. Der Sichtschutz ist dabei eigentlich nur ein nettes Nebenprodukt. Wichtig sind die Regelzusammenfassungen und die Preislisten. Natürlich kommt man auch ohne aus. Als Sichtschutz kann ein Order herhalten…

So, genug für heute. Es regnet zwar immer noch und das Fernsehprogram ist nicht besser geworden, aber ich fühle mich besser. Was mehr oder weniger sinnvolles getan…

Gruss
Leskov